Kriminalität
In Berlin führte 2014 von 1500 Festnahmefällen 511 durch die Überwachung zum Täter.
Silvio S. der Kindermörder

Ja es gibt reichliche Zufallstreffer. Zum Beispiel wurde der mutmassliche Kindermörder Silvio S. erst durch eine Überwachungskamera abgeführt. Aufnahmen einer Sicherheitskamera an einem Lokal, mit der der Besitzer die Eingangstür überwachte, zeigten den Mann mit seinem mutmasslichen Opfer, dem 4-jährigen Flüchtlingsjungen Mohamed. Auf den Bildern ist der Täter auf dem Bürgersteig vor dem Lokal zu sehen, der von der Kamera verbotenerweise ebenfalls abgedeckt wurde.
Kofferbomber versucht Bombenanschlag auf deutsche Eisenbahnzüge

Beide Kofferbomber (auch Kofferbomber von Köln genannt) waren von den Überwachungskameras im Kölner Hauptbahnhof gefilmt worden. Nach den Tätern konnte also mit Bildern und Videofilmen gefahndet werden.
Die Videoaufnahmen wurden am 18. August 2006 veröffentlicht und eine Belohnung von 50.000 Euro für Hinweise ausgeschrieben. Der 21-jährige Youssef Mohamad al-Hajdib wurde am 19. August 2006 um 3:53 Uhr in einem Bahnhofs-Restaurant in Kiel festgenommen und in Untersuchungshaft überstellt. Er stammt aus dem Libanon. Er lebte seit 2004 in Deutschland, studierte seit Februar 2005 Mechatronik an der Fachhochschule Kiel und wohnte in einem Studentenwohnheim. Im Sommer 2007 erhob die Bundesanwaltschaft Anklage gegen ihn. Den entscheidenden Hinweis zu seiner Festnahme erhielten die deutschen Behörden vom libanesischen militärischen Nachrichtendienst, der dem mutmaßlichen Terroristen durch abgehörte Telefonate auf die Spur kam. Teile der Familie gelten den libanesischen Behörden als Sympathisanten des militanten Islamismus und standen deshalb unter Überwachung.
Laut Ermittlungsakten soll das ursprüngliche Ziel des Anschlags die Sprengung der Kölner Hohenzollernbrücke gewesen sein. Dieser Plan soll aber mangels ausreichender Sprengstoffmengen geändert worden sein. Auf einer gelöschten Festplatte fanden Fahnder des Bundeskriminalamtes einen Bomben-Bauplan, der den beiden verdächtigen Libanesen Dschihad Hamad und Youssef Mohamad el-Hajdib als Anleitung für den Bau ihrer Sprengsätze gedient haben könnte.

